FAQs

Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Ernährungsberatung

Eine präventive Ernährungsberatung (nach §20 SGB V) richtet sich im Gegensatz zur Ernährungstherapie immer an gesunde Personen oder Personen in besonderen Lebenssituationen (wie z.B. Schwangere, Kinder, Sportler) oder Personen, die Risikofaktoren wie z.B. Übergewicht vorweisen und präventiv, das heißt vorbeugend, etwas für sich und ihre Gesundheit tun wollen. Sie bietet allgemeine Informationen und individuelle Entscheidungshilfen zu Ernährungsfragen und zur Reduzierung von Risikofaktoren.

Beispiele:

  • Beikosteinführung bei einem gesunden Kind
  • die Beratung zur Ernährung in der Schwangerschaft und Stillzeit bei einer gesunden Frau
  • Optimierung der Nährstoffzufuhr im Freizeitsport
  • Ernährungsumstellung auf vegetarische Kost

Die Ernährungstherapie (§43 SGB V) wendet sich an Menschen mit einer bestehenden Erkrankung. Sie ergänzt die Behandlung ernährungsbedingter Krankheiten oder wird zur Linderung krankheitsbedingter Ernährungsprobleme angeboten.

Beispiele:

  • Mangelernährung
  • Stoffwechsel-/Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus)
  • Magen-Darmerkrankungen
  • Adipositas, Gewichtsreduktion
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten/- intoleranzen

Die Ernährungstherapie erfolgt auf Überweisung des behandelnden Arztes oder der behandelnden Ärztin und wird basierend auf §43 SGB V von den gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst oder gänzlich übernommen. Die Kostenübernahme muss vor dem ersten Termin beantragt und genehmigt werden. Hierfür ist die ärztliche Notwendigkeitsbescheinigung und der Kostenvoranschlag von mir erforderlich.

Die Höhe der Kosten hängt von den in Anspruch genommenen Beratungszeiten und Ihrer Auswahl an zusätzlichen Leistungen ab.

Die Übernahme der sogenannten ergänzenden Leistungen zur Rehabilitation ist freiwillig, deshalb werden die Kosten bei den einzelnen Krankenkassen unterschiedlich erstattet.

Bitte erkundigen Sie sich vor unserem ersten Termin bei Ihrer Krankenkasse in welcher Höhe die ernährungstherapeutischen Maßnahmen bezuschusst werden.

Zu unterscheiden bei der Kostenbeteiligung durch die Krankenkasse ist 

  1. die präventive Ernährungsberatung, als eine Vorsorgeleistung – nach §20 (SGB V) Prävention. Diese allgemeine Beratungsleistung kann in Anspruch genommen werden, wenn Sie noch nicht erkrankt sind. Die Krankenkassen bezuschussen pro Jahr in der Regel drei Beratungstermine.
  2. Die Ernährungstherapie gilt als ergänzende Maßnahme zur Rehabilitation §43 (SGB V). Diese Beratungsleistung kann von Menschen in Anspruch genommen werden, die bereits erkrankt sind. Sie erfolgt in enger Kooperation mit dem behandelnden Arzt. Eine Zuweisung durch den Arzt ist für die Gewährung dieser Leistung erforderlich. Die Krankenkassen bezuschussen pro Jahr in der Regel fünf bis sechs Einzelberatungstermine.

Der Antrag auf Kostenübernahme muss vor Beginn der Therapie gestellt werden.

Hierfür senden Sie bitte die vom Arzt ausgefüllte und unterschriebene ärztliche Notwendigkeitsbescheinigung zusammen mit meinem Kostenvoranschlag an Ihre Krankenkasse.

Sollten Sie privat versichert sein, erkundigen Sie sich bitte vorab bei Ihrer Krankenversicherung, ob und in welcher Höhe die Kosten einer Ernährungstherapie übernommen werden.

Die meisten Klient:innen treffen sich alle zwei bis vier Wochen, besonders zu Beginn. Die Häufigkeit kann sich im Laufe der Zeit verändern, je nach deinen Bedürfnissen, deiner Kapazität und deinen Zielen.

Wir besprechen regelmäßig gemeinsam, was sich unterstützend und nachhaltig anfühlt.

Ich sage immer: Es dauert so lange wie wir brauchen.

Das heißt, ich lege die Anzahl der Sitzungen vorab nicht fest. Für das Erstgespräch plane ich 90 Minuten ein und für die Folgegespräche jeweils 60 Minuten.

Je nachdem, an welchem Thema wir gerade arbeiten, kann eine Sitzung auch schon mal kürzer oder länger sein. Die Abstände zwischen den einzelnen Sitzungen werden mit der Zeit länger, wobei wir uns hier auch immer nach Ihrem Bedarf richten.

Entwicklungsprozesse brauchen Zeit.

 

Es gibt keinen festen Zeitrahmen. Viele Klient:innen bemerken spürbare Veränderungen im Laufe von etwa 3–6 Monaten. Bei manchen, besonders bei denen, die an Essstörungen oder langjährigen Mustern arbeiten, kann die Begleitung sich über einen längeren Zeitraum erstrecken und sich mit verschiedenen Lebensphasen weiterentwickeln.

Wir überprüfen gemeinsam immer wieder, ob die Arbeit sich weiterhin unterstützend anfühlt und zu deinen Bedürfnissen passt.

 

Manche Menschen kommen zur Ernährungsberatung in der Hoffnung, Gewicht zu verlieren. Auch wenn Gewichtsverlust nicht im Fokus meiner Arbeit steht, entscheiden sich viele Klient:innen trotzdem für eine Zusammenarbeit mit mir.

Mein Ansatz ist embodied, Anti-Diät und gewichtsinklusiv, das heißt, wir verfolgen keine gezielten Abnehmziele. Meiner Erfahrung nach stehen gewichtsfokussierte Ziele oft der eigentlich notwendigen, tieferliegenden Arbeit im Weg – insbesondere wenn es um Konstanz, Nährstoffversorgung sowie die Beziehung und Einstellung zum Essen geht. Aus diesem Grund tritt Gewichtsverlust in dieser Arbeit in den Hintergrund.

Wir arbeiten stattdessen an anderen gezielten Gesundheitszielen, wie zum Beispiel mehr Energie, Unterstützung der Verdauung, Stabilisierung des Essverhaltens, Berücksichtigung medizinischer Ernährungsbedürfnisse, Reduzierung von Stress rund ums Essen und dem Aufbau nachhaltiger Routinen.

Wenn du offen bist für Ernährungsunterstützung, die Gesundheit und Wohlbefinden über die Zahl auf der Waage hinaus in den Vordergrund stellt, können wir das gerne in einem unverbindlichen Erstgespräch näher besprechen, um zu sehen, ob eine Zusammenarbeit für dich sinnvoll ist.

Ein Anti-Diät-Ansatz bedeutet, sich von starren Ernährungsregeln zu lösen und sich stattdessen auf Nährstoffversorgung, Flexibilität und Vertrauen zu konzentrieren. Es geht darum, nachhaltige Gewohnheiten und Werkzeuge aufzubauen, die deine Energie unterstützen, statt sie zu rauben – damit du dich aus der gedanklichen Beschäftigung mit Essen lösen und diese kostbare Energie für das nutzen kannst, was dir wirklich wichtig ist.

Ich arbeite mit Menschen mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen – von Personen, die sich irgendwo auf dem Kontinuum von problematischem Essverhalten und Essstörungen bewegen, bis hin zu Menschen mit chronischen Erkrankungen oder verdauungsspezifischen Themen. Ich arbeite außerdem mit Menschen, die neurodivergent oder hochsensibel sind, oder die es einfach schwer finden, in einer hektischen Welt einen Gang runterzuschalten. Dies betrifft Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen. Viele meiner Klient*innen sind kreativ, sensibel und bemüht, aber auch ehrgeizig, alles unter einen Hut zu bekommen – und fühlen sich ausgebrannt auf der Suche nach einem ausgeglicheneren Verhältnis zu Essen, ihrem Körper und ihrer Energie.

Ja. Ich arbeite mit Erwachsenen wie auch jungen Menschen in verschiedenen Phasen der Genesung von Essstörungen, einschließlich Menschen, die mit problematischem oder restriktivem Essverhalten, Essanfällen, Purging-Verhalten, ARFID sowie langjährigen gestörten Essmustern zu tun haben.

Die Ernährungsarbeit richtet sich immer danach, wo du gerade stehst. Manche Klient:innen befinden sich früh in der Genesung und brauchen mehr Struktur und Unterstützung dabei, ausreichend und regelmäßig zu essen. Andere arbeiten an Stabilisierung, Wiederaufbau oder daran, ihre Fortschritte auch in stressigen Lebensphasen zu halten.

Du bekommst keinen starren Ernährungsplan. Wir erarbeiten gemeinsam flexible Arbeitspläne, die Nährstoffversorgung und Konstanz unterstützen – und zwar so, dass sie zu deinem Alltag passen.